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Wer kennt ihn nicht, den sonoren Bariton aus London - ansässig in S´Arracó? Er gehört seit den 70er Jahren zum Lokalkolorit. Als "Lonely Rock ´n` Roller" kannten ihn alle; als einen, der seine Talente nur zu gerne auf Parties rund um S´Arracó ausstellte. Geoff Evans - ein brillanter Fotograf, Musiker, Galerist, geschickter Handwerker, Frauenkenner, Charmeur und ...
Jahre später nehmen sie ihn nun ernster: Seit mehr als einer Dekade tourt er umher, nicht nur mit Coversongs, die ihm mancherorts - und als Folge einer Verkettung von Missverständnissen - den Ruf des Impersonators eingebracht hat. Man kann ihm einiges nachsagen, aber Geoff Evans hat nie auch nur im Traum daran gedacht, exakt und unbedingt wie irgendein grosses Idol zu klingen. Natürlich hat er Vorbilder, die er bewundert. Mark Knopfler, Tom Waits, Sting, John Lennon ehestens, und da, wo gar nicht erst versucht wird, wie der-und-der zu klingen, passiert es dann einfach. Das ist seine Art der Hommage. Immer nach eigenem Gusto. Aber Joe Cocker imitieren? - No way! - das mag an anderen (äusserlichen) Dingen liegen... Wie dem auch sei, sein Cover-Material hat Geoff stets sorgfältig ausgesucht, und immer nach seinem Geschmack.
Geoff ist eigen, sehr persönlich, man muß ihn mögen, was nicht schwerfällt. Seine kreativen Talente, sowohl die, erstaunlich gute Lieder zu schreiben, ebenso wie charismatische Momente mit der Schwarz-weiss-Kamera einzufangen, sind offensichtlich. Warum ist er dann nicht berühmt? Nun, er liebt es hier, seine Umgebung, seine Freunde, seine beiden gutgeratenen Söhne. Und: Was nicht ist, kann ja noch werden.
Irgendwann Ende der Neunziger wurde es ernster für den Rock ´n`Roll in S´Arracó, da kamen Leute daher, die brauchten ihn nicht lange zu überreden: „Come on, man, let´s put a band together!“
webdesign: Jan Kobrzinowski
Das SA TARONJA - Konzert des Monats
Konzert des Monats Februar 2010 - GEOFF EVANS & Band
Man gründete, und zwar nicht ohne Folgen: zuerst ein Trio, akustisch, dann wuchs das verdammte Ding immer mehr, was die Logistik erschwerte. Schließlich holte man Hilfe aus Palma, gute Musiker gibt´s dort genug, die Arbeit bestand aus Party-Gigs, gute Bezahlung garantiert. Und ein bestimmtes Stück war immer im Programm... „Hey, Cowboy, dann nenn das Ding doch einfach Route 66“, schlug Peter Kroll-Vogel, genannt „The Birdman“, notorischer Fan der Band und Geoffs eifriger Mentor, eines Tages vor. Die Bandmitglieder der Gründerzeiten, zu der Zeit Hans Hansen, Ramon Castillo, Julian García sowie meine Wenigkeit, schauten sich an: „Warum eigentlich nicht?“ - die Band zum Stück sozusagen!
So ging es jahrelang in stetig wechselnder Besetzung. Am Rande dieser Geschichte passierte es: Da fiel ein Song ab, den bisher keiner kannte: Brown Skin Lady. Who the hell wrote that one? - Das war der Anfang. Von da an ließ es ihn nicht los. Heimlich, still und leise schrieb er weiter an seinen Songs, bis dann irgendwann nicht nur eine CD das Licht der Welt erblickte, sondern auch das Konzertrepertoire sich erheblich wandelte - hin zum Eigenen.
Heute heisst es schon lange nicht mehr Route 66, sondern GEOFF EVANS & BAND. Soll heissen: 80 % von dem, was da am 20. Februar zu hören sein wird, hat er selbst geschrieben, mit der tatkräftigen Hilfe seiner Freunde und Mitstreiter. Und ein paar neue Überraschungen gibt es jedesmal, wie es das lokale Publikum schon ahnt. Es bekommt Rock geboten, ja! Aber was Geoff und seinen Musikern wichtiger ist: gute Songs, Spielfreude, und manchmal auch ein bisschen mehr Emotion...
Foto: Alan Taylor
Text: Jan Kobrzinowski
Foto: Tina Horne